

Irgendwann haben wir alle für Menschen gearbeitet, die ihre Autorität zu jeder Zeit ausspielen wollten. Ob Vorstandvorsitzender, Präsident, Besitzer oder Geschäftsführer, sie machen denen, die für sie arbeiten deutlich, dass sie nur existieren, um ihren Zielen – oder Launen zu dienen. Eine Freundin von mir hatte einmal einen Chef, der zu ihr sagte: „ Ich brauche Sie, damit ich gut aussehe!“
Jahrzehntelang diente die hierarchische Struktur von oben nach unten als klassisches Geschäftskonzept. In den letzten Jahren ist dieser Managementstil jedoch stark in Frage gestellt worden. Eine Alternative, die unterschiedlich angewandt wird, nennt sich „dienende Führung“ (servant leadership). Bei diesem Ansatz sieht die Führungskraft einen wichtigen Teil ihrer Verantwortung darin, die Mitarbeiter möglichst so auszurüsten und zu unterstützen, dass sie ihre Kräfte und Gaben maximieren können.
Einer der besten Chefs, den ich hatte, sagte mir als ich in seinem Team anfing: „Ich möchte Ihnen einen Ort bereit stellen, an dem Sie gedeihen können, wo Sie zu all dem werden können, wozu Sie vorgesehen sind.“ Er war mehr darauf bedacht, mir bei meinen Zielen und Träumen zu helfen als dort, wo ich ihm hilfreich sein konnte. Es ist erstaunlich wie die Arbeit mit so einem Menschen dazu inspiriert, alles nur Mögliche für ihn zu tun.
Als ich mit David A. Stoddard zusammen das Buch The Heart of Mentoring (Das Herzstück der Mentorenarbeit) schrieb, fiel uns auf, dass das Kennzeichen einer guten Führungsperson darin besteht, dass sie andere gute Führungspersonen hervorbringt. D.h. anderen Menschen helfen, ihr volles Potential zu erreichen, besonders in Hinblick auf das Ziel der jeweiligen Organisation, für die sie tätig sind. Keine Führungskraft bleibt für immer, also kann ihre wahre, dauerhafte Wirkungskraft erst gemessen werden, wenn sie nicht mehr da ist. Dann kann man beobachten, wie ihre Arbeit weiterläuft und wächst – wenn überhaupt.
Der Gedanke eines dienenden Führungsstils ist keine flüchtige Idee. Tatsächlich taucht dieses Thema wiederholt in der Bibel auf, die Jahrtausende der menschlichen Geschichte überbrückt. Die dort beschriebenen Prinzipien sind universal einsetzbar, in jeder Umgebung, beruflich oder persönlich. Hier einige Dinge über ein „Führungsmodell, das auf dem Kopf steht“: Führungspersonen …
· … sollten ihre Rolle als Verwalter sehen. Gute Vorgesetzte versuchen die Begabungen ihrer Mitarbeiter zu erkennen, damit sie die bestmögliche Chance bekommen, um erfolgreich zu sein. „Hütet die Herde Gottes als gute Hirten, und das nicht nur aus Pflichtgefühl, sondern aus freien Stücken. Das erwartet Gott. Seid nicht darauf aus, euch zu bereichern, sondern arbeitet gern, auch ohne Gegenleistung. Spielt euch nicht als die Herren eurer Gemeinde auf, sondern seid ihre Vorbilder.“ (1.Petrus 5, 2-3).
· … sollten ihre Position nicht benutzen, um ihr Ego zu pflegen. Wenn Führung als Ehre und Privileg, nicht als Recht angesehen wird, dann profitieren alle. „Aber missbraucht eure Freiheit nicht als Freibrief zur Befriedigung eurer selbstsüchtigen Wünsche, sondern dient einander in Liebe.“ (Galater 5, 13 Die Gute Nachricht).
· … sollten ihre Verantwortung in Bescheidenheit ausüben. Menschen sind inspiriert und motiviert durch Vorgesetzte, die sich wirklich um sie kümmern und bereit sind, die Interessen der anderen vor die eigenen zu stellen. „Wer unter euch groß sein will, der soll allen anderen dienen. Alle, die sich selbst ehren, werden gedemütigt werden. Wer sich aber selbst erniedrigt, wird geehrt werden.“ (Matthäus 23, 11 – 12). „Jesus setzte sich, rief die zwölf Jünger zu sich und sagte: ‚Wer der Erste sein will, der soll sich allen anderen unterordnen und ihnen dienen.‘“ (Markus 9, 35).
· … können dem Beispiel Jesu folgen. Wenn irgendjemand Ehre und Huldigung verdient, dann Jesus Christus. Er kam jedoch, um bereitwillig zu dienen, sogar bis zum Tod am Kreuz für die Sünden der Menschen. „Auch der Menschensohn ist nicht gekommen, um sich bedienen zu lassen. Er kam, um zu dienen und sein Leben hinzugeben, damit viele Menschen aus der Gewalt des Bösen befreit werden.“ (Markus 10, 45). „Wer ist denn der Herr? Wer sich bedienen lässt oder wer dient? Doch wohl derjenige, der sich bedienen lässt! Ich aber bin unter euch wie ein Diener.“ (Lukas 22, 27).
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USA-Atlanta, Georgia
ist Vizepräsident bei Leaders Legacy Inc., eine gemeinnützige Organisation in Atlanta, Georgia, USA. Er hat Business at its Best: Timeless Wisdom from Proverbs for Today’s Workplace geschrieben und ist Co-Autor von The Heart of Mentoring: 10 Proven Principles for Developing People to Their Fullest Potential zusammen mit David A. Stoddard