

Kürzlich hörte ich eine Geschichte von zwei Männern, die zusammen angelten. Einer war erfahren auf diesem Gebiet und fing eine gute Menge an Fischen, während bei seinem Freund, einem Anfänger, kein einziger anbiss. Nicht einer. Als er den erfahreneren Freund fragte, warum er so einen guten Fang gemacht hatte, antwortete dieser: „Ich angele intensiver.“
So geht es mir mit dem Fotografieren. Indem ich eine erfolgreiche Karriere in diesem Gebiet aufbaue, glaube ich dass ich einfach „intensiver fotografiere“ als andere. Die Intensität macht den Unterschied zwischen „ein paar Bilder knipsen“ und „Fotos machen“. Das ist eine Kombination aus Leidenschaft, Können, Erfahrung, Geschick und vielleicht Berufung.
Dieses letzte Wort, Berufung, ist ein wichtiges. Ich habe beobachtet, dass eine erstaunliche Menge an Menschen ihre Berufung verfehlt – sie sogar gar nicht erst entdeckt oder erforscht hat. Eine Frage, die ich oft Menschen stelle ist: „Was willst du eigentlich wirklich machen?“ Die Antwort lautet oft, dass ihr Wunsch sich nicht mit dem deckt, was sie gerade tun. Das ist traurig, vielleicht sogar tragisch. Warum sich selbst dazu verurteilen, ein Leben lang etwas zu tun, was man gar nicht möchte?
Es gab eine Zeit, da wurde ich als Experte in der völlig veralteten Technik der Schwarzweiß-Fotografie und
-Entwicklung angesehen. Aber die Dinge veränderten sich. Jedes Jahr findet die gigantische internationale Fotomesse Photokina in Köln statt. (2006 waren 162.000 Menschen aus 152 Ländern dort.) Als meine Frau und ich die Photokina vor 20 Jahren besuchten, konnte man nicht ahnen, dass Fotografieren mit irgendetwas anderem als Film und Chemie zu tun haben würde. Heute haben wir jedoch die große Nachricht aus Köln, dass das Thema Foto völlig neue erfunden ist. Alles ist anders geworden.
Deshalb habe ich mich nach 12jähriger Pause wieder dieser Tätigkeit zugewandt. Die Qualität und Vielseitigkeit des Digitalfotos lässt Film und Chemie antiquiert erscheinen. Aber es gibt immer noch die, die an der Vergangenheit kleben. Das sind die „gelehrten“ Menschen, die Experten über die Techniken von früher.
„Gelehrte“ sind wunderbar geeignet für die letzte Generation. „Lernende“ sind jedoch die, die bereit sind, mit der nächsten Generation mitzugehen. Das hat nichts mit Alter zu tun, aber alles mit Einstellung. Im Buch der Prediger im Alten Testament steht, dass es töricht ist, sich nach den alten Zeiten zurück zu sehnen. Die Weisen richten sich in die Zukunft aus.
Ich merke, dass ich sonntagabends aufgeregt bin, weil ich weiß, dass ich am nächsten Tag zur Arbeit gehen kann, fantastische fotografische Dinge tun werde, die die Lust an meiner alten Berufung wieder aufflammen lässt. Das bedeutet vielleicht nicht, dass ich weise bin, aber ich gehöre sicherlich einer Minderheit an. Die Mehrheit der Menschen, so scheint es, bringt die Zeit irgendwie herum, tut Dinge, die sie eigentlich nicht tun will und sehnt sich nach dem Altersruhestand. Ihre Kreativität wurde ihnen schon in der Schule abgewöhnt; und dann hat die Geschäftswelt sie in einen Kasten gesteckt.
Sind sie ein „Gelehrter“, eine Experte für die Methoden von früher? Warum nicht „Lernender“ werden, der nach neuen Wegen und Denkansätzen sucht? Dann werden Sie sich auf die Zukunft freuen, mit Begeisterung früh aufstehen, ihrer Berufung folgen und neue Horizonte erforschen. Dann werden sie mit dem Psalmisten übereinstimmen: „Diesen Tag hat er zum Fest gemacht, lasst uns fröhlich sein und jubeln!“ (Psalm 118, 24)
Übersetzung: Vera Flohr, Poppenhausen, E-Mail Adresse: vera.g.flohr(at)gmx.de und www.veraflohr.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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ist Vorsitzender von CBMC in Kansas City, Kansas und Kansas City, Missouri. Seine Frau und er waren früher Mitbesitzer eines Fotogeschäftes in Overland Park, Kansas.