

Vor vielen Jahren nahm ich an einer Diskussionsveranstaltung über Ethik mit den Abiturienten des Gymnasiums meiner Stadt teil. Die Schüler wurden gebeten, eine Multiple Choice Frage zu beantworten, um Auskunft darüber zu geben, wie sie auf folgende Situation reagiert hätten:
Wenn Sie als einziger Mensch spät abends auf einem Parkplatz eines Lebensmittelgeschäfts wären ausser der Frau, die gerade in das Geschäft hinein gelaufen ist und eine 100 Euro Note fallengelassen hat, was würden Sie mit dem Geld tun?
Interessanterweise gaben mehr als 50% der Schüler an, dass sie das Geld behalten würden, auch wenn sie genau wüssten, wem es gehörte. Immerhin war ja sonst keiner als Zeuge auf dem Parkplatz, so dass keiner wissen könnte, dass sie das Geld behalten statt an den rechtmäßigen Besitzer zurückgegeben hätten.
Einige Jahre sind vergangenen und diese Jungen Menschen und viele wie sie besetzen jetzt unsere Arbeitsplätze. Hoffentlich haben einige seit dieser Diskussionsveranstaltung mit der interessanten Umfrage stärkere Überzeugungen zum Thema Ehrlichkeit entwickelt. Sie sind jedoch mit der Weltmeinung belastet – „es ist OK unehrlich zu sein, so lange niemand etwas davon weiss“ - , und stellen Sie sich die inneren Konflikte vor, in die sie als geschäftliche Führungskräfte hineingeraten, wenn es unendliche Möglichkeiten gibt, sich auf Firmenkosten zu bereichern.
Ob es 100 Euro auf dem Parkplatz oder 1 Milliarde Euro durch Geschäftsbetrug sind, viele Verbrechen werden mit der Annahme begangen: „Keiner wird es je erfahren.“ Mit allgemein anerkannten Geheimnissen rechtfertigen viele Menschen ihre Taten.
Aber jetzt frage ich Sie: Wird irgend etwas je geheim gemacht?
Es gibt eine sehr lehrreiche Geschichte in der Bibel über ethisches Verhalten, „wenn keiner hinschaut“. Es geht um Josef, ein Israelit, und seinen ägyptischen Herrn Potiphar. Während Potiphar, einer der wichtigsten Männer des Staates, geschäftlich unterwegs war, versucht seine Frau Josef zu verführen mit der Bitte: „Komm in mein Bett!“ Sie hatte alle Bedienstete aus dem Haus geschickt, um mit Josef alleine zu sein.
In 1. Mose 39, 9 steht, wie Josef auf ihre Lockung reagiert:«Mein Herr braucht sich im Haus um nichts zu kümmern - alles hat er mir anvertraut. Ich habe genausoviel Macht wie er. Nur dich hat er mir vorenthalten, weil du seine Frau bist. Wie könnte ich da ein so großes Unrecht tun und gegen Gott sündigen? » Josef wollte nicht das Vertrauen seines Herrn durch eine verbotene Tat missbrauchen. Aber darüber hinaus hatte er verstanden, dass zwar ausser ihm und Potiphars Frau niemand im Haus war, aber jemand schaute doch zu – sein Gott.
Wir kennen den Namen von Potiphars Frau nicht, sie kann extrem schön gewesen sein. Aber das macht für Josef keinen Unterschied. Dieser ehrliche Mann bleibt seinem Glauben treu, weil er Gottes Gebote nicht übertreten will, auch nicht heimlich.
Furcht vor Gott – tief greifende Ehrfurcht vor Ihm – ist der Eckstein einer beständigen, ethischen Lebensweise. Wenn Sie versucht sind, berufliche Schleichwege für persönlichen Gewinn einzuschlagen, denken Sie daran: Sie sind nicht alleine, Gott ist nah!
Vera Flohr, Bonn, E-mail Adresse: Vera.G.Flohr@gmx.de Bibelzitate sind der Übersetzung Hoffnung für Alle entnommen, wenn nicht anders angegeben.
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(Copyright 2004, Integrity Resource Centre, Inc.) Aus Integrity Moments with Rick Boxx, eine Kommentarreihe über Ehrlichkeit am Arbeitsplatz aus christlicher Sicht. Mehr Information gibt es unter: rboxx(at)IntegrityMoments.com oder www.IntegrityResource.org
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